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Die Ernährung

Meerschweinchen sind Pflanzenfresser. Ihr Gebiss ist das eines Nagetieres, die Zähne besitzen ein kontinuierliches Längenwachstum. Den Tieren muss ausreichend strukturreiches Rauhfutter geboten werden, um zum einen den Abrieb der Zähne zu fördern und zum anderen die Tiere zu beschäftigen.

Die richtige Ernährung des Meerschweinchens gestaltet sich nach dem Baukasten-Prinzip. Wichtig sind hier 4 Komponenten, die alle berücksichtigt werden müssen, um die Tiere artgerecht zu füttern:

1. Heu
2. Grünfutter
3. Trockenfutter
4. Wasser

Für die bedarfsgerechte (Erhaltungsbedarf) Fütterung seien folgende Zahlen hinweisgebend:

Energie 500kJ verdauliche Energie/kg KM und Tag
Protein 3g Rohprotein/kg KM und Tag (ca.10%)
Vitamin C 10-20mg/Tag

1. Heu

Heu ist die Grundlage der Meerschweinchen-Ernährung. Auf Grund der besonderen Anatomie des Verdauungsapparats der Tiere, müssen sie ständig ballaststoffreiche Nahrung aufnehmen. Ballaststoffe, das sind zum großen Anteil unverdauliche Kohlenhydrate, erhöhen die Bewegungen (Peristaltik) der Darmmuskulatur. Beim gesunden Meerschweinchen sind diese peristaltischen Darmbewegungen nicht besonders stark ausgeprägt, daher ist es gezwungen diese durch ballaststoffreiche Nahrung anzuregen und vor allem ständig zu fressen. Bei Meerschweinchen muss Futter in den Darm ständig nachgestopft werden, daher sollte den Tieren ständig etwas zur Aufnahme angeboten werden. Heu hat einen sehr hohen Anteil an Ballaststoffen (ca. 25%). Heu soll immer im Übermaß den Tieren zur Verfügung stehen und täglich erneuert werden. Meerschweinchen vertragen auch nur frisches, trockenes und vor allen Dingen nicht verdorbenes Heu.

2. Grünfutter

Den Tiere darf alles angeboten werden was der Garten hergibt. Nicht füttern sollten Sie Kohl und Kartoffelschalen, da Kohl bläht und die Wurzeltriebe der Kartoffeln giftig sind. Achten müssen Sie auf eine ausreichende Vitamin C Versorgung der Tiere, da Meerschweinchen wie Primaten und Menschen kein Vitamin C selber bilden können.
Nicht wahr ist, dass Meerschweinchen nur fressen, was ihnen auch bekommt, so kann es schon einmal geschehen, dass sie aus Langeweile etwas unbekömmliches fressen, was schwere Folgen haben kann: Darum erkundigen Sie sich nach der Verträglichkeit der Futtermittel, bevor sie etwas Neues ausprobieren.
In den Sommermonaten stellt die ideale Grünfutter-Grundnahrung frisches Gras (achten Sie darauf, dass nicht zuviel Klee enthalten ist) dar. Dieses enthält alle notwendigen Vitamine und wird von den Tieren nach sorgsamer Futterumstellung hervorragend vertragen, stellt es doch auch in Ihrer Heimat das Hauptnahrungsmittel dar. Zusätzlich sollte man den Meerschweinchen noch Karotten oder anderes Gemüse bieten, da ihnen Gras allein zur Bedarfsdeckung nicht ausreicht.
In den Wintermonaten eignen sich wiederum Karotten, aber auch Äpfel (unbedingt reife Früchte füttern, da sie sonst zu Zahnproblemen führen), Kohlrüben, Futterrüben, Fenchel, Chicoree, Paprika, Tomate, Salate und Gurke, wobei letztere beiden den Tieren eher zur Beschäftigung als zur Ernährung dienen.

3. Trockenfutter

Als sehr energiereiches Zusatzfutter kann den Tieren Trockenfutter nach Bedarf gegeben werden. Dabei ist zu bedenken, dass wie im Sport Tiere, die Leistungen erbringen müssen (Zucht) einen höheren Bedarf haben als Tiere, die als Streicheltiere gehalten werden. Auch Tiere die in den Wintermonaten im Freien gehalten werden, brauchen mehr Trockenfutter als Tiere die während der kalten Jahreszeit in der warmen Wohnstube sitzen, diese würden nur verfetten. Reichen sie Ihrem Meerschweinchen täglich 20g (1 Esslöffel) eines handelsüblichen Meerschweinchen-Trockenfutter. Diese Futtermittel entsprechen in der Regel dem Bedarf des Meerschweinchen. Sollten Sie die Absicht pflegen zu züchten, holen Sie sich Rat bei einem Züchter und richten die Ernährung Ihrer Zuchttiere an den Erfahrungen eines Züchters aus, um möglichst fütterungsbedingten Erkrankungen bei Zuchttieren vorzubeugen.

4. Wasser

Entgegen dem Irrglauben vieler, Meerschweinchen würden kein Wasser benötigen, ist es Tierquälerei einem Lebewesen die Möglichkeit der freien Wasseraufnahme zu nehmen! Jedes Meerschweinchen hat einen unterschiedlichen Wasserbedarf, wird ihnen jedoch das Wasser gänzlich verweigert, führt dies zu schweren Erkrankungen der Nieren, die nicht heilbar sind!
Der Bedarf der Tiere ist individuell verschieden und hängt zum einen von der Art der Ernähruing ab, zum anderen aber auch von den Trinkgewohnheiten eines jeden Tieres. So trinken Tiere, die im Frühjahr und Sommer viel Gras fressen, weniger Wasser als Tiere, die das ganze Jahr über mit Obst und Gemüse aus dem Supermarkt ernährt werden.
Allen Tieren ist jedoch gemein, dass Ihnen tägliches frisches Wasser in einer Nippeltränke geboten werden muß, die je nach Bedarf auch gereinigt werden soll.



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